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Einer gegen zwei. Zehn Karten. Ein Reiz.

Skat wird klassisch zu dritt gespielt – zu viert setzt der Geber reihum eine Runde aus. Jeder Aktive bekommt zehn Karten, zwei liegen verdeckt als „Skat" in der Mitte. Wer beim Reizen am höchsten geht, spielt allein gegen die beiden anderen – auf Farbe, Grand oder Null.

Auf einen Blick

Klick Dich rein: 32 Karten, 120 Augen.

Klicke auf eine Kachel, um mehr zu sehen.

Vorhand, Mittelhand, Hinterhand. Zu viert gibt einer und setzt aus, zählt aber wertungsmäßig gegen den Alleinspieler mit.

Ass, Zehn, König, Dame, Bube, Neun, Acht, Sieben in vier Farben. Jeder Aktive bekommt zehn Karten, zwei liegen als Skat verdeckt in der Mitte.

Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, Neun/Acht/Sieben 0. Zusammen genau 120 Augen – die Rechengrundlage für jedes Spiel.

Beim Farb- und Grandspiel braucht der Alleinspieler mindestens 61 von 120 Augen. Beim Null darf er gar keinen Stich machen.

Für später

Es gibt Turnier- und Kneipenregeln, eine amerikanische Variante namens „Texas Skat" und sogar Skat-Vereine in Argentinien, Namibia und Südafrika – mehr dazu im Bereich Lernen.

32 Karten · französisch oder deutsch

Zehn auf der Hand, zwei im Skat.

Das Skatblatt hat Ass, Zehn, König, Dame, Bube, Neun, Acht, Sieben in vier Farben. Gegeben wird 3 – Skat – 4 – 3. Jeder der drei Aktiven hat zehn Karten, zwei liegen verdeckt in der Mitte.

Spieler

Klassisch zu dritt: Vorhand, Mittelhand, Hinterhand. Zu viert gibt einer und setzt aus.

Augen

Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, Luschen 0. Zusammen 120. Der Alleinspieler zählt auch die zwei gedrückten bzw. die Karten im Skat.

Die Buben (Wenzel)

Die vier Buben stehen über jeder Farbe: Kreuz, Pik, Herz, Karo – immer die höchsten Trümpfe, außer beim Null.

Was Trumpf ist

Farbe, Grand, Null.

Im Farbspiel liegen zuerst die Buben, dann die gewählte Farbe. Wähle eine Spielart, um die Trumpfreihe zu sehen.

Ablauf

Geben, Hören, Sagen, spielen.

1

Geben

Abheben gegen den Uhrzeigersinn. Dann 3 Karten, 2 in den Skat, 4 Karten, 3 Karten. Vorhand sitzt links vom Geber.

2

Reizen

Mittelhand sagt Werte, Hinterhand hört. Wer bleibt, reizt gegen Vorhand. Reizreihe ab 18: 18, 20, 22, 23, 24, 27, 30 …

3

Skat oder Hand

Der Alleinspieler nimmt den Skat und drückt zwei Karten – oder lässt ihn liegen (Hand). Gedrückte Augen zählen für ihn.

4

Ansagen

Farbe, Grand oder Null. Hand, Schneider, Schwarz und Ouvert nur, wenn der Skat liegen bleibt.

5

Stechen

Vorhand spielt aus, außer beim Grand Ouvert. Farbe oder Trumpf bedienen. Wer nicht kann, sticht oder wirft ab.

6

Abrechnen

61 Augen gewinnen, unter 31 beim Gegner ist Schneider, kein Stich ist schwarz.

Abrechnung

Spitzen plus Spiel, mal Grundwert.

Mit oder ohne die ununterbrochenen Spitzen vom Kreuz-Buben abwärts, plus mindestens 1 fürs Spiel. Hand, Schneider und Schwarz erhöhen die Stufe. Dann mal Grundwert. Rechne selbst nach:

Null steht fest, ohne Spitzen/Multiplikator: Null 23, Null Hand 35, Null Ouvert 46, Null Ouvert Hand 59.

Bevor die Karten fallen

Was man vor dem Spiel klären sollte.

Kurz-Checkliste vor der ersten Karte:

  1. 1

    Turnierskat (ISkO) oder Kneipenskat mit Kontra/Re?

  2. 2

    Wird bei Passen aller Ramsch oder Schieberamsch gespielt?

  3. 3

    Gilt eine Bockrunde nach 60:60 oder verlorenem Kontra?

  4. 4

    Zählen Listenpunkte (+50/−50/+40) oder nur der reine Spielwert?

  5. 5

    Darf Ouvert auch nach dem Drücken angesagt werden?

Ramsch (Kneipe)

Jeder spielt für sich, Ziel: möglichst wenige Augen. Wer die meisten hat, verliert. Durchmarsch (alle Stiche) gewinnt sofort, Jungfrau (kein Stich) verliert oft doppelt.

Schieberamsch

Reihum wird der Skat aufgenommen und zwei Karten weitergegeben – jedes Schieben kann den Wert verdoppeln.

Bockrunde

Ausgelöst z. B. durch verlorenes Kontra/Re oder 60:60 ("Spaltarsch") – die nächsten Spiele zählen doppelt.

Kontra / Re / Sup / Hirsch

Im Turnier nicht vorgesehen. In der Kneipe verdoppelt jede Stufe den Spielwert – wer darf, ist regional unterschiedlich geregelt.

Zwei Welten

Turnierskat gegen Kneipenskat.

ThemaTurnier (ISkO)Kneipe (üblich, regional)
Kontra / Re / Sup / Hirschnicht vorgesehenGegner darf Kontra vor der eigenen ersten Karte, Alleinspieler Re – jede Stufe verdoppelt
Alle passen unter 18Spiel eingepasst, neu geben, kein RamschRamsch (oft Schieberamsch)
Bockrundeneinnächste Spiele zählen doppelt, z. B. nach verlorenem Kontra oder 60:60
Listenpunkte ±50 / +40jaoft nur der reine Spielwert, ohne Extra-50
Ouvert Farbe/Grandnur als Hand, Karten sofort offen, Schwarz Pflichtmancherorts Mischformen
Schneider-Grenze90 Augen (Gegner ≤ 30)meist gleich, Texas Skat abweichend (91)

Kneipenregeln sind nirgends vollständig normiert – am besten vor der Runde eine kurze Hausliste festlegen.

Von deutschen Einwanderern in die USA mitgebracht, näher am deutschen Spiel als das ältere Wisconsin-Tourné-Skat. Die Texas Skat League besteht seit 1924.

PunktISkO / DeutschlandTexas Skat
Grand-Grundwert2416
Null / Hand / Ouvert / Ouvert Hand23 / 35 / 46 / 5920 / 30 / 40 / 60
Ouvertzusätzlicher Multiplikator, nur Handverdoppelt den bisherigen Faktor, auch nach Skat-Aufnahme ansagbar
Schneider des Gegners90 AugenSpieler braucht 91 für Gegner-Schneider
Ramsch bei Passneinja, Skat geht an den letzten Stich

Beispiel: Grand Ouvert mit 4: mit 4, Spiel 5, Schneider 6, Schneider angesagt 7, Schwarz 8, Schwarz angesagt 9, Ouvert verdoppelt auf 18 → 18 × 16 = 288.

Die International Skat Players Association (ISPA) führt unter anderem Argentinien, Namibia, Südafrika, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay und die USA als Mitgliedsländer. Organisiertes Skat gibt es also in Südamerika und im südlichen Afrika – getragen von deutschsprachigen Gemeinschaften, nicht als Massensport der Mehrheitsbevölkerung.

Argentinien

Mit deutscher Einwanderung im 19./20. Jh. in Vereinen und Familien, vor allem Buenos Aires. Meist französisches Blatt, Regeln nah an ISkO.

Namibia

Deutsche Sprachinsel seit der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1884–1915). Blatt je nach Import: französisch oder älteres deutsches Blatt in Traditionsrunden.

Südafrika

Deutsche Clubs mit ISPA-Anbindung. Französisches Blatt ist die Norm, Turnierregeln folgen der ISkO.

Drei Kartenblätter im Vergleich

Französisches Blatt

Kreuz, Pik, Herz, Karo. Norm in Nord-/Westdeutschland und international, auch in Argentinien/Namibia/Südafrika.

Deutsches (Altenburger) Blatt

Eichel, Grün/Laub, Herz, Schellen, mit Unter/Ober statt Bube/Dame. Traditionell in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.

Kongress-/Synchronblatt

Vierfarbig fürs Turnier: Kreuz schwarz, Pik grün, Herz rot, Karo gelb – damit beide Traditionen gleichzeitig mitlesen können.

Wenzel
Die vier Buben, immer die höchsten Trümpfe außer im Null.
Spitzen
„Mit" oder „ohne" die ununterbrochene Kette vom Kreuz-Buben abwärts – zählt zusätzlich zum Spielwert.
Schneider
Sieg mit mindestens 90 Augen bzw. Gegner unter 31.
Schwarz
Die Gegenpartei macht keinen einzigen Stich.
Hand
Der Alleinspieler lässt den Skat unbesehen liegen – ermöglicht Schneider/Schwarz/Ouvert-Ansagen.
Ouvert
Karten offen auf den Tisch – nur als Handspiel möglich (Turnier).
Jungfrau
Ein Spieler ohne jeden Stich (beim Ramsch).
Durchmarsch
Alle Stiche gemacht (beim Ramsch) – gewinnt sofort.
Spaltarsch
Kneipenwort für 60:60 Augen.
Überreizt
Wer mehr gereizt hat, als das Blatt hergibt – automatisch verloren, egal wie viele Augen tatsächlich gemacht wurden.
📖 Offizielle Internationale Skatordnung (ISkO 2022) als PDF ansehen
Interaktiver Prototyp Selbstkontrolle

Quizen: Reizen, Werte und Weltgeschichte

50 Fragen im Pool – Grundregeln, Werte, Trumpf, Reizen, Turnier vs. Kneipe, Texas Skat, Geschichte und Kartenblätter. Maximal 30 pro Durchlauf, außer im Meister-Modus.

Wie viele Fragen möchtest Du?

Spielen & Üben

Wähle Deinen Modus.

Spielen – folgt nach Freigabe der übrigen Bereiche

Echte Partien gegen Bots oder andere Spieler, inklusive Reizen, Skat-Aufnahme, Ansagen und Abrechnung. Turnier- oder Kneipenregeln in den Einstellungen wählbar.

Du bekommst ein Blatt, das zur gewählten Spielart passt.

Welche Form soll geübt werden?

Sichtbare Hinweise

Zeigt passende Tipps, z. B. wann sich ein Handspiel lohnt. Standard: an.

Reiz-Training

Blendet nach dem Geben eine Übungsfrage ein: Wie hoch würdest Du reizen?

Auswertung nach der Partie

Zeigt automatisch eine Zusammenfassung: Augen, Spielwert, Fehlentscheidungen.

Beispiel: Auswertung nach der Partie

Augen

68 von 120

Spielwert

Kreuz mit 2, Hand: 4 × 12 = 48

Hinweis

Bei 22 Reizwert leicht überreizt

Geschichte

Altenburg, 1810 – und weiter um die Welt.

um 1810

Skat entsteht in Altenburg (Thüringen) im Brommeschen Tarock-Club, aus Schafkopf, L'Hombre und Tarock.

1886

Erster Deutscher Skatkongress in Altenburg, Allgemeine Deutsche Skatordnung.

1927/28

Leipziger Ordnung: das Tourné fällt weg, die heutigen Farbwerte 9-10-11-12 werden festgelegt.

1999 / 2016

DSkV und ISPA einigen sich auf die Internationale Skatordnung; 2016 wird Skat Immaterielles Kulturerbe der deutschen UNESCO-Kommission.

Die früheste Namensschreibung war „Scat" – vermutlich vom italienischen scartare (weglegen), nach den zwei Karten, die in den Skat gedrückt werden. Erste schriftliche Notiz 1813 bei Hans Carl Leopold von der Gabelentz; Soldaten trugen das Spiel vor der Völkerschlacht bei Leipzig weiter in die Welt.

Skat außerhalb Deutschlands: Mit deutscher Auswanderung reiste das Spiel über Vereine, Seemannschaft und Siedler bis nach Südamerika und ins südliche Afrika. Die International Skat Players Association zählt unter anderem Argentinien, Namibia, Südafrika, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay und die USA zu ihren Mitgliedsländern – getragen von deutschsprachigen Gemeinschaften, nicht als Massensport der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung. In den USA entwickelte sich mit „Texas Skat" (Texas Skat League seit 1924) eine eigene, dem deutschen Spiel näherstehende Variante – näher dran als das ältere Wisconsin-Tourné-Skat, das die eigentliche Tourné-Regel bis heute konserviert, die Deutschland 1928 aufgab.

Nach dem bestehenden Geschichtstext dieser Seite, ergänzt um Rechercheergebnisse zu Namensherkunft, ISPA-Mitgliedsländern und Texas Skat.